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Meldung 5 von 172

So 28.06.2020 22:45

Architektenentwurf für das neue Feuerwehrhaus beschlossen

Das war eine denkwürdige Gemeindevertretersitzung vergangenen Donnerstag, so wie man sie selten erlebt. Neben einigen weiteren wichtigen Tagesordnungspunkten, wie Sanierung von Heizung und Lüftung im Mehrzweckhaus und weiteren Spielgeräten im Rahmen der Instandsetzung des Kleinkinderspielplatzes an der Schäferkoppel (weitere Infos zu diesen Punkten folgen), stand vor allem die Auswahl eines Architekturbüros und dessen Entwurfes für das an der Timmerhorner Straße/Schäferkoppel geplante neue Feuerwehrhaus an (die bisher übliche Bezeichnung “Feuerwehrgerätehaus” scheint nicht mehr ganz den Charakter eines solchen Funktionsgebäudes zu treffen). Eigentlich hatte der Punkt laut vorläufiger Tagesordnung im nicht-öffentlichen Teil entschieden werden sollen. Aber da es an zwingenden Gründen dafür fehlte, konnte glücklicherweise öffentlich beraten werden.

Acht Tage vorher waren die Entwürfe von vier Architekten auf einer Sitzung des Finanz- und Gebäudeausschusses ausführlich der Kommunalpolitik und Öffentlichkeit vorgestellt worden. Da wir als CDU großen Wert auf Transparenz legen, hatten wir anschließend die Planer gebeten, uns zwecks Einspeisung im Internet ihre Präsentationen zur Verfügung zu stellen, was auch alle Büros schnell taten (dafür an dieser Stelle noch einmal vielen Dank!). Die Vorschläge sind auf Architektenentwürfe für den Neubau des Feuerwehrhauses zu finden.

Seitdem hatten die drei Fraktionen der Gemeindevertretung die einzelnen Entwürfe intensiv intern beraten und auch mit Vertretern der Feuerwehr besprochen. Dabei hatte sich schon herauskristallisiert, dass es auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen von zwei Vorschlägen hinauslaufen würde, nämlich dem von Architekt Dörsing aus Hamburg und dem von Architekt Gosch von fünfeck architektur aus Bad Oldesloe. So kam es dann auch auf der Sitzung der Gemeindevertretung.

Die Fraktionen wurden von der Bürgermeisterin reihum zu ihrer Positionierung abgefragt.

Für die SPD (2 Sitze) begründete Fraktionsvorsitzende Rebecca Knaffel, warum sie sich im Ergebnis für den Entwurf von Fünfeck Architektur entschieden haben.

Als nächstes waren wir als CDU-Fraktion (4 Sitze) an der Reihe. Zunächst stellte Bau-, Wege- und Planungsausschussvorsitzender Nils Meyer für das Protokoll einleitend noch einmal fest, dass die CDU den am 24.09.2019 gewählten Standort weiterhin für falsch hält (insbesondere, weil die Grundstücksfläche neben dem Problem der wenig zentralen Lage mit 3.000 m2 recht knapp bemessen und ohne Erweiterungsmöglichkeiten ist — ein Umstand, auf den in unterschiedlichen Formulierungen alle Planer auch hingewiesen haben und der auch eine zweigeschössige Bauweise erzwingt — und dies nicht zuletzt auch bedeutet, dass außer den 36 erforderlichen Einsatzparkplätzen keine Parkplätze für Besucher/Allgemeinheit errichtet werden können. Dies wiederum bedeutet, dass eine von uns explizit beantragte öffentliche Nutzbarkeit geeigneter Räume für Vereine und Verbände (nicht aber für private Feiern o.ä.) letztlich in der Umsetzung schwierig würde. Allerdings ist die Mehrheit der Gemeindevertretung unserem Antrag ohnehin jedoch nicht gefolgt, was wir sehr bedauern, weil somit dann später gut geeignete Räume wenig ausgelastet sind. Siehe dazu ausführlich Neues Feuerwehrgerätehaus kommt auf die Schäferkoppel), wir als CDU aber natürlich die Mehrheitsentscheidung der Gemeindevertretung für den aus unserer Sicht falschen Standort zu akzeptieren haben und konstruktiv an einer bestmöglichen Umsetzung im Interesse der Feuerwehr und des Brandschutzes, aber auch der Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger, insbesondere natürlich auch der Anwohner, mitwirken.

CDU-Fraktionsvorsitzender Malte Steckmeister bekräftigte diese Ausführungen und ging dann sehr ausführlich auf das Für und Wider der beiden in der engeren Wahl befindlichen Entwürfe ein. Auch aus unserer Sicht sind beide in die engere Wahl kommenden Entwürfe geeignet und wir könnten mit beiden Leben.

Vorteile des Entwurfes Dörsing sind, dass er die feuerwehrlichen Anforderungen klar am besten umsetzt und daher am wenigsten noch daran zu optimieren wäre und dass der Planer sich seit vielen Jahren primär mit dem Bau von Feuerwehrhäusern beschäftigt und auch eine detaillierte Kostenberechnung in Höhe von 3,05 Millionen Euro vorgelegt hat. Klarer Nachteil ist, dass es sich um einen sehr großen quasi monolithischen Baukörper handelt, der an der Baugrenze zu den rückwärtigen Nachbarn fast 6 Meter hoch ist, ein Punkt, der den Anwohnern, die auch eine “Wunschliste” zur Berücksichtigung eingebracht und vorgetragen haben, schwer im Magen lag.

Beim Entwurf von Fünfeck wäre die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung im Einsatzbereich noch korrekt einzuplanen und im Obergeschoss die Räumlichkeiten aus praktischen Erwägungen anders anzuordnen. Ansonsten erfüllt aber auch dieser das angeforderte umfangreiche und detailliert ausgearbeitete auf langfristige Nutzbarkeit auslegte Raumprogramm der FF (bei dem die Politik übrigens nichts gekürzt oder verändert hat), besteht aber aus mehreren Baukörpern mit daher insgesamt gefälligerer optischer Wirkung — und ist auch zu den rückwärtigen Nachbarn nur halb so hoch.

Trotz der leichten aber aus unserer Sicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand zu korrigierenden Schwächen und der Tatsache, dass nur eine Kostenschätzung über 2,25 Millionen Euro vorgelegt wurde, bei der auch geringfügige Punkte nicht erfasst waren, hatten wir uns am Ende aber wie die SPD auch für Fünfeck als Favoriten entschieden. Wir haben uns diese Entscheidung dabei auch nicht leicht gemacht und lange darum gerungen und abgewogen.

Aber selbst wenn angesichts der Kostenschätzung noch eine vielleicht nicht unerhebliche Kostensteigerung dazu käme, scheint es uns sehr unwahrscheinlich, dass diese die 800.000 Euro Differenz erreichen würde (selbst wenn, wäre der Entwurf immer noch nachbarfreundlicher und optisch gefälliger). Und angesichts der Tatsache, dass die finanzielle Lage der Gemeinde aufgrund der Auswirkungen von Corona schon jetzt nach ersten Haushaltsschätzungen deutlich schwieriger wird (ein Nachtragshaushalt muss bereits erstellt werden) scheint es uns unumgänglich, bei einer so großen Investition besonders kostenbewusst zu sein, frei nach dem Motto: Ein solider Mercedes ist ok, es muß kein Bentley sein ;)

Die Mehrheitsfraktion WGD (7 Sitze) favorisierte in ihren Ausführungen zunächst klar Dörsing, letztlich mit den oben genannten Pro-Argumenten und weil das der von der Feuerwehr favorisierte Entwurf sei, was Wehrführer Holger Neller vorgetragen hatte. In einer langen Diskussion wurde letztlich deutlich, wie man auf Basis derselben Fakten schlicht aufgrund eigener Bewertungen, Vermutungen, Prognosen und Beurteilungen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Es ging entsprechend lange hin und her, weil die Fraktionen sich gegenseitig zu überzeugen versuchten.

Die Wählergemeinschaft hat denn in den 90 Minuten der Beratung zweimal eine Unterbrechung beantragt, um aus dem Sitzungssaal gehen und intern beraten zu können.

Als zum Ende immer klarer wurde, dass es eine sehr schwierige Abstimmung werden würde, wurde noch einmal Wehrführer Neller abschließend zur Haltung der FF befragt. Er stellte klar, dass die FF mit beiden Planungen zurecht kommen wird, Dörsing zwar Favorit sei, aber beide Entwürfe gehen würden („Gosch [Fünfeck] kriegen wir hin“).

Nachdem der leitende Verwaltungsbeamte und auch die Bürgermeisterin mit einem fragwürdigen Abstimmungsansatz zunächst etwas Verwirrung gestiftet hatten, wurde der am weitesten gehende (in dem Fall teuerste) Entwurf Dörsing zur Abstimmung gestellt, so wie es auch in der Geschäftsordnung der Gemeinde festgeschrieben ist.

Mit großer Spannung warteten alle darauf, wie viele Finger sich für den Entwurf Dörsing heben würden. Es war dann schon eine ziemliche Überraschung, dass der Entwurf keine einzige Stimme bekam. Als dann Fünfeck aufgerufen wurde, stimmten alle 13 Gemeindevertreter mit Ja. Somit wird die Gemeinde nun mit dieser einstimmigen Entscheidung auf Basis dieses Entwurfes mit dem Büro Fünfeck das neue Feuerwehrhaus planen!

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die umfangreichen konstruktiven Beratungen und den am Ende gemeinschaftlich getragenen Beschluss.

Wir sind zuversichtlich, dass dies unter den gegebenen Rahmenbedingungen die für Feuerwehr, Gemeinde, Bürger und Anwohner bestmöglich abgewogene Lösung ist.

Nun geht es in die konkrete Ausführungsplanung und es wird im August/September die erforderliche Änderung des Bebauungsplanes in Gang gebracht (u.a. mit einem Lärmschutzgutachten), um Baurecht zu schaffen. Die Hoffnung ist, dass man vielleicht schon im Januar/Februar nächsten Jahres den Bauantrag einreichen kann, um im Frühjahr 2021 mit dem Bau starten zu können.

Entwurf von fünfeck architektur aus Bad Oldesloe:
Delingsdorf-Neubau-Feuerwehr-Entwurf-Fuenfeck-Architektur.pdf (4,6 MB)

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